***   6. Januar 2017   ***

freeBook Freitag #1

 

 

Heute also endlich mein erstes freeBook für euch. Nix wildes, ein kleines Projekt für zwischendurch, aber sehr nützlich bei kalten Tagen.

* * *  P u l s w ä r m e r  * * *

 

 

Pulswärmer?! Dafür ein freeBook???!!!

Ok, ich geb zu, das is nix neues! Aber Das hab ich ja auch nicht behauptet ;)

 

Ich hatte aber auch schon einige Stulpen in der Hand, bzw am Arm, mit dessen Passform ich überhaupt nicht zufrieden war. Das schlimmste war tatsächlich ein Rechteck aus Walk, das einfach nur an einer Seite zusammengenäht wurde und fertig! Und dafür wurden noch 12€ verlangt! Furchtbar!

 

Ich geb dir also recht, das is nix neues, aber vielleicht ja trotzdem bald dein neues Lieblings-Accessoir für kalte Tage, weil sie einfach wie eine zweite Haut passen. =) Und damit das auch so ist, zeige ich, wie du sie an dein Handgelenk maßanpasst!

Und los geht's!

  

Zuallererst musst du dir den Schnitt an dich anpassen.

Du siehst auf dem nächsten Foto die Maße des Schnittteils im Vergleich zu den Maßen meiner Hand / meines Arms.

 

...aber eins nach dem anderen. Du erstellst dir jetzt deinen maßangepassten Schnitt!

 

Schritt 1:

nimm ein Din4 Blatt und zeichne dir an der langen Seite eine Markierung bei 13 und bei 26cm ein.

Dann misst du den Umfang an deinem Handgelenk. 

in meinem Fall waren das 15cm. dann habe ich die Hälfte davon genommen und 2 cm dazugezählt. 

Also 7,5cm + 2cm = 9.5cm 

Für eine etwas engere Passform zählst du nur 1cm dazu. Das solltest du aber nur machen, wenn dein Stoff etwas elastisch ist, da es ansonsten zu eng werden könnte an dieser Stelle!

Dieses Maß gehst du dann waagrecht zur Seite und markierst dir diesen Punkt

im zweiten Schritt zeichnest du den oberen Teil der Stulpe.Dazu misst du die breite deines Handrückens, so wie auf dem Foto zu sehen.

In meinem Fall 11cm. 

Jetzt gehst du von der 26cm Markierung 4cm nach unten und gehst wieder waagerecht rüber, und zwar dein gemessenes Maß minus 0,5cm. In meinem Fall also 10,5cm.

Diesen Punkt verbindest du mit der 26cm-Markierung. Diese Strecke sollte jetzt in etwas so lange sein wie dein gemessen Maß.

AIm dritten Schritt misst du den Umfang am Unterarm, etwa an der Stelle, an der die Stulpe aufhören wird, und zeichnest den Halben Wert davon an der unteren Blattkante ein. 

In meinem Fall knapp 22cm, also 11cm

Dann kannst du bereits alle seitlichen Punkte in einer geschwungenen Linie miteinander verbinden. (siehst du auf dem nächsten Foto nochmal besser)

Gehe jetzt 0,5-1cm nach oben und zeichne einen abgerundeten Saum ein. 

Dabei solltest du darauf achten, daß du rechtwinklig von der Seitenlinie ausgehend ansetzt und erst dann langsam eine Rundung zeichnest.

Hier siehst du nochmal, wie du die Seitenlinie einzeichnest. Achte oben wie unten auf die rechten Winkel.

Jetzt formst du noch die Saumlinie aus, die dann über deinen Handrücken läuft.

Du kannst die Stulpe auch so zuschneiden, wie es jetzt noch ist. Du bekommst dann aber einen Spitz auf dem Handrücken.

Wenn du lieber eine Rundung willst, geh von der linken Blattkante wieder erst ein Stück rechtwinklig zur Seite und zeichne dann eine S-Linie ein.

Jetzt nur noch die Nahtzugabe einzeichen! Dazu nimmst du ein Handmaß oder ein anderes Lineal und zeichnest ca 6-7mm Nahtzugabe ein.

Damit hast du die richtige Breite, egal ob du mit der Overlock nähst oder nicht. 

Dann kommen wir endlich zum Zuschnitt.

Für diese einfache Variante bieten sich Stoffe an, die man nicht füttern muss, also so etwas wie Fleck, Walk, Sweat usw.

Bei diese Stoffen kannst du sogar die Säume unverarbeitet lassen, da sie nicht ausfransen. 

Für den Zuschnitt ist es egal, ob die schöne Seite innen oder aussen liegt. In dem Fall liegt sie aussen.

Wenn sie gleich innen liegt, spart man sich später einmal das Umdrehen. ;)

 

Ich habe mit dem Rollschneider zugeschnitten, aber mit der Schere geht es natürlich auch.

Wichtig ist, daß du das Schnittmuster direkt an den Stoffbruch legst. Bist du zu weit weg, wird das fertige Teil zu weit und damit zu groß.

Steht das PapierSchnittteil über den Stoffbruch über, wird das fertige Teil zu eng.

Hier siehst du die zugeschnittene Stulpe von der anderen Seite. In diesem Fall habe ich ein Reststück verwendet, das nicht mehr lang genug war. Dadurch wird die Stulpe etwas kürzer. Das ist nicht schlimm, aber wenn das bei dir auch so sein sollte, achte darauf, daß du den Rand nochmals schön nachschneidest und vom Stoffbruch aus unbedingt rechtwinklig schneidest, genauso, wie du an der Naht wieder rechtwinklig ankommen solltest.

Wie schon oben erwähnt kannst du bei manchen Stoffen sie Saumkante offen lassen, also ohne eine Saumverarbeitung. 

Du kannst aber natürlich an dieser Stelle kreativ werden und deinen Stulpen das gewisse extra verpassen, z, Bsp. mit Spitze, einem Einfassband, einem Bündchen oder was dir noch so einfällt.

Im nächsten Bild siehst du einmal die Variante mit einem schmalen Bündchen.

Ich habe es mit der Overlock angenäht und dann für die Seitennaht vorbereitet. Also alles genau aufeinandergesteckt und mit der Nähmaschine mit einer kurzen Naht torfixiert, damit unter der Overlock nichts mehr verrutschen kann.

Egal ob mit oder ohne Saumverarbeitung: jetzt kommst die Seitennaht.

Ich habe mit der Overlock genäht. Es geht aber auch mit einer normalen Nähmaschine.

Solltest du einen elastischen Stoff verwendet haben ist die Overlock aber immer die bessere Wahl. Oder wenn du einen Obertransport für deine Nähmaschine hast (die gibt es in der Maschine integriert oder als extra Füßchen, je nach Anbieter und Modell) solltest du diesen verwenden, um ein Ausziehen der Naht zu vermeiden.

Wenn du füßchenbreit nähst, also den Stoff an der Füßchenkante anlegst und die Nadel in der mittleren Position ist, hast du auch wieder die 7mm Nahtzugabe eingehalten.

Wenn du mit der Overlock nähst, solltest du an dieser Stelle das Ende verwahren.

Normalerweise kann man eine Overlocknaht direkt am Ende abschneiden, aber auch nur deshalb, weil man meistens nochmal über diese Stelle drüber näht, z. B. um ein Bündchen anzunähen, und somit würde das Ende dadurch gesichert werden.

In diesem Fall wird nicht mehr genäht und würde ich die Naht einfach abschneiden, würde sie sicher ein paar Stiche wieder aufgehen.

Wenn du ganz sicher gehen willst kannst du einen Knoten ans Ende setzten.

Ich habe darauf verzichtet, da es eigentlich auch ohne sehr gut hält.

Du nimmst also eine Nadel mit einem großen Ör und ziehst das Nahtende durch deine Nahtzugabe.

Mein Tipp: Steche zuerst die Nadel rückwärts, also mit dem Öß voraus, durch die Naht in Richtung Nahtende, und Fäden erst dann die Fäden durch. So vermeidest du, daß du mit der Nadelspitze durch etwas durchstichst, durch das dann das Fadenende nicht mehr durchgeht, weil es zu dick ist.

 

Jetzt nur noch wenden, und FERTIG! =)

 

Hier siehst du, auf wieviele Arten du die Stulpen tragen kannst! Übrigens auch mit dem Handrücken am Arm und andersrum ;)


Viel Freude mit deinen neuen Pulswärmern!!!

Ich freue mich natürlich über Feedback oder Fotos!


Einfach hier im Kommentarfeld oder per Email. Und mit deiner Erlaubnis werden die Fotos in der Werkschau veröffentlicht. 

 

alles Liebe und bleibt kreativ

eure Katjuschka

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Kommentare: 1
  • #1

    Gabi (Montag, 06 März 2017 17:30)

    Super genaue Anteitung mit tollen Bildern! Endlich mal mit gescheiter Konstruktionsanleitung! Ich glaub ich brauch doch noch ein paar Stulpen mehr im Schrank.....
    Danke!


 

 

Katja Bercher

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